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Anna Thalbach ©Alex Trebus

Untersuchungen an Mädeln
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Untersuchung an Mädeln und Filmgespräch
Wer die 31-jährige als Moderatorin für das ZDF bei der Berlinale auf dem Bildschirm erlebt hat, weiß, dass Anna Thalbach nicht auf den Mund gefallen ist. Ihr Auftreten ist zielstrebig, intelligent und schlagfertig. Die Schauspielerin stand bereits mit sechs Jahren das erste Mal vor der Kamera, in Thomas Braschs Kinofilm „Engel aus Eisen“ an der Seite ihrer Mutter Katharina Thalbach. Obwohl sie zunächst mit der Schauspielerei nichts zu tun haben wollte – sie studierte Foto-, Grafik- und Modedesign – setzte sie schließlich doch die Tradition ihrer Familie fort, und auch ihre achtjährige Tochter Nellie stand im letzten Jahr zum ersten Mal in der „Dreigroschenoper“ auf der Bühne.
Doch sieht Anna Thalbach ihren Schwerpunkt in der Kunst als im Schauspiel. Sie schreibt, fotografiert und zeichnet. Und eines kann sie nicht leiden – den Versuch, sie in eine bestimmte Schublade zu stecken: „Ich werde den Teufel tun, mich festzulegen. Das Leben ist reich. Und ich werde es hoffentlich auch.“
Anna Thalbach hatte die Weitsicht du die Möglichkeiten, sich für anspruchsvolle zu entscheiden. Sie war unter anderem in „Burning Life“, „Oskar und Leni“ oder „Der Untergang“ zu sehen, und ihre Arbeit wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. 1992 mit dem Max-Ophüls-Preis und 2001 für ihre Rolle im WDR-Tatort „Kindstod“ mit dem Deutschen Fernsehpreis.
Für die Reihe „Weder glatt noch gefällig“ hat Anna Thalbach „Untersuchung an Mädeln“ ausgewählt, weil der hochgelobte österreichische Film ihrer Meinung nach in Deutschland untergegangen ist. Regisseur Peter Payer erzählt die Geschichte von zwei jungen Anhalterinnen (Anna Thalbach und Elke Winkens), die eines Mordes beschuldigt werden, obwohl es keine Leiche gibt. Zwischen die Verhöre sind Rückblenden geschaltet, die nicht nur über das Sexualleben der Angeklagten Auskunft geben, sonder vor allem über die frauenfeindlichen Vorurteile einer dörflichen Gemeinschaft in den 70ger Jahren sowie die Doppelmoral der Männer.
Anna Thalbach liest Thomas Brasch
„Zuerst spürte ich seinen Kopf, der stark auf meine Blase drückte, und einige Minuten später den Schwanz, der in meinem Mund wedelte. Ich wollte nicht darüber nachdenken, wie der Wolf in mich hineingekommen war und warum er verkehrt lag. Ich stieg in die Straßenbahn 63 und fuhr zum Krankenhaus Friedrichshain.“
Mit diesen Sätzen, ungeschminkt und deutlich, beginnt der Erzählband „Vor den Vätern sterben die Söhne“. Thomas Brasch, dessen Vater SED-Funktionär und Vize-Kulturminister war, lässt darin seine Generation zu Wort kommen, die – im Gegensatz zu ihren Eltern – den Sozialismus nicht als Alternative zum Faschismus oder Kapitalismus betrachtet, sondern vielmehr als Einschränkung der persönlichen Freiheit. Weil Brasch seine Arbeit in der DDR nicht publizieren konnte, reiste er 1976 mit Katharina und Anna Thalbach nach Westberlin aus. Die DDR-Alltagsgeschichten und seine politische Revolte machten ihn in der BRD 1977 schlagartig berühmt.
Im Februar wäre der 2001 verstorbene Dichter 60 Jahre alt geworden. Anna Thalbach aus dem wichtigsten Werk des Ziehvaters.
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| Sa, 16.4. |
| 20.00h Schauburg2 |
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Untersuchung an Mädeln
[Peter Payer, A 1999, 90’] |
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Die Lesung:
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| Samstag, 16.4. |
| 18.00h Reinoldi KIrche |
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Vor den Vätern sterben die Söhne
[Anna Thalbach liest
Thomas Brasch ] |
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